Über uns

„Ein Statement gegen die teuerste Kunstform der Gegenwart? Ja! Aber mehr noch ein Statement für eine lebendige Entwicklung in der Neuen Musik. Micro Oper München entwickelt seit 23 Jahren zeitgenössisches Musiktheater ohne Millionenetat. Wie geht das? Indem sich die Gründerin Cornelia Melián auf das konzentriert, was sie musikalisch interessiert. Kein Ensemble aus Übersee eingeflogener Gesangsvirtuosen, keine gigantische Bühnenmaschinerie, kein großes Orchester oder repräsentative Empfänge – im Zentrum steht die Musik. Aus ihr heraus entwickeln sich der Raum und alle darin befindlichen Elemente. Auch das ist ein Luxus. Vielleicht sogar einer, der überlebensnotwendig ist für eine Opernlandschaft, die überwiegend das Repertoire des 18. und 19. Jahrhunderts bedient und darin möglichen Innovationen weitgehend skeptisch gegenüber steht. Micro Oper München versteht sich als Labor. Eines, das ausreizt, was aus dem Klang heraus entstehen kann – oft bezieht Cornelia Melián Bildende Künstler und Formensprachen aus benachbarten Genres wie Tanz und Videokunst mit ein. Die künstlerische Freiheit setzt sich dort fort, wo Formen ganz unabhängig von einer bestimmten Publikumserwartung entwickelt werden können. Die Stücke von Micro Oper greifen heutige Themen auf und werfen auch gern einen augenzwinkernden und grotesken Blick auf gesellschaftliche Befunde.“
Katrin Dollinger (Dramaturgin)

Zwei Frauen – eine singend, eine am Klavier. Zwei Frauen – beide parlierend, gackernd, wispernd. Zwei Frauen – an winzigen Toypianos Tasten schlagend oder Kaktusstacheln zupfend als sei es eine Harfe: Das alles und noch viel mehr ist die Micro Oper München mit Cornelia Melián (im Hauptberuf Sängerin) und Sabine Liebner (vornehmlich am Flügel). Seit 15 Jahren besetzen sie virtuos und mit unnachahmlichem Witz eine Nische zwischen Theater und Musik, oft in eigens für sie gestalteten Räumen und Kostümen, ebenso minimalistisch in den Mitteln wie maximal in der Wirkung. Satie oder Cage, Schlager oder Schönberg, Messiaen oder Weill, zunehmend auch Uraufführungen stehen im Zentrum ihrer Programme. Und jede Arbeit ist etwas Neues, Originelles, so noch nie Gehörtes und Gesehenes.
Klaus Kalchschmid

Ganz gleich, ob E oder U, die beiden Musikerinnen machen uns von beidem das X vor: das Unbekannte, noch und wieder zu entdeckende. Mir ihren Aufführungen beweisen sie den ernsthaften musikalischen Anspruch im Unterhaltungsprogramm der Caféhaus – und Cabaret-Tradition und machen durch den begeisternden Schwung ihrer seriösen Konzerte die experimentelle Neue Musik zum Abenteuer.
Und weil sie mit allen Künsten ihres musikalischen Handwerks gewappnet sind, können sie den Leichtsinn musikalischer Inszenierungen riskieren: da gibt es überdrehte Aktionen in grotesken Kostümen zu bestaunen, komisch und mit ironischem Pathos in Szene gesetzte Musik. Doch nichts davon stört deren jeweils besonderen Charakter, nichts wirkt wie eine künstlich zugefügte Sensation. Im Gegenteil: in dieser Interpretation entfaltet die Musik ihre eigene besondere Atmosphäre und ihren besonderen Gestus, das Chanson genauso wie Kompositionen von Schönberg und Satie.
Ute Mings (Bayerischer Rundfunk)