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LISTEN UP
Leise Laute, klirrende Klänge, tosende Töne

Listen up – Auf! die Ohren!
Die Musik der ausgewählten Kompositionen bewegt sich an den Rändern des Klanges.
Der Flügel rauscht, kratzt, klopft und tönt, ist zart und dann unerbittlich laut.
Die Stimme summt und zischt, singt und klingt, quasselt und zischelt.
Dann vereinen sich Stimme und Piano wieder ganz vertraut und wunderschön harmonisch.

Programm
Olga Neuwirth • incidendo/fluido • für Klavier und Zuspiel-CD (2000)
Carola Bauckholt (DE) • Vollmond, unter Null • für Stimme und Klavier (2004)
Ernst Bechert (UA) • erased memory • für Stimme mit Zuspiel-CD (2006)
George Crumb • Apparition • for voice und amplfied piano (1979)

Mitwirkende
Cornelia Melián • Stimme
Sabine Liebner • Piano
Axel Tangerding • Lichtdesign
Melián/Liebner • Idee und Durchführung

Zu den einzelnen Stücken

George Crumb, der älteste der Komponisten im Programm, zählt zu den führenden Komponisten der USA. Er erweiterte die Möglichkeiten des Klavierklanges. Seine Werke sind geprägt von Zahlensymbolik, Elementen der Astronomie und Geometrie und eine symbolische Notation ist Bestandteil der Partitur. Seine Musik zeichnet sich durch extreme rhythmische Vielfalt, harmonischen Reichtum, raffinierten Klangsinn und einen „sende of Mystery“ aus. APPARITION entstand1979 als erstes Werk für Stimme und Klavier. Der Text ist aus Walt Whitmans „Death of Carol“, indem der Tod nie als Ende des Lebens, sondern als wiederkehrende Kraft des Unvisums gesehen wird.

Olga Neuwirth, 1968 in Graz geboren, zählt zu den wichtigsten Vertretern der jüngeren Komponistengeneration. Ihre Stücke zeigen Lust aufs Schräge, Obskure, und Grelle. „incendo/fluido“ für Klavier und Zuspiel-CD entstand 2000. Die Basis bildet ein hypernervöses Stimmengeflecht kontrastiert von Überraschungsmomenten aus hart skandierten Rhythmen, flackernden Irrlichtern, und nahezu immateriellen Klängen.

Ernst Bechert lebt und arbeitet in Hamburg – er komponierte über 80 Theater und Filmmusiken. Er unterrichtet an der Musikhochschule in Mannheim. Die Uraufführung „erased memory“ (2006) für eine Sängerin und CD-Zuspielung ist eine Auftragsarbeit der Micro Oper München. Im Zentrum steht eine historische Aufnahme, die Anfang der 30er Jahre in Südafrika gemacht wurde: eine junge Frau singt ein Schlaflied für ihr Baby. Sie singt in einer Sprache, die inzwischen ausgestorben ist, auf Kukasi. Die Aufnahme ist tatsächlich das einzige Dokument, das von dieser unerforschten Sprache geblieben ist - ein Text, dessen allgemeinen Sinn wir vielleicht erraten können, dessen konkrete Bedeutung und dessen poetische Metaphern aber untergegangen sind.
Diese Aufnahme ist eingebettet in eine Montage aus Kratzen und Knistern alter Schallplatten, aus Fragmenten und Loops unbekannter oder unidentifizierbarer (afrikanischer? europäischer?) Musiken. Der Montage gegenübergestellt ist der Part für die Sängerin: sie äußert sich in erfundenen Sprachen und Lautkombinationen, in meist im Timbre deformierten melodischen Linien. Ein Versuch über das Fremde und das Vergessene.

Carola Bauckholt lebt und arbeitet als frei schaffende Komponistin in Köln. Der Hauptfokus ihrer Musik liegt im Nachdenken über das Phänomen des Wahrnehmens und der Verständigung. Sie erforscht die akustische Alltagswelt, der sie mit offenen Ohren begegnet.
Das Stück „Vollmond, unter null“ ist ein gut ausgehörtes Nachtstück für Stimme im Zwischenbereich von gesprochenem Wort bis gesungenem Ton und für präpariertes Piano.

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Fotos © Regina Heiland