< Projektübersicht

Cage Up 2
Eine John Cage Performance

Wie kein anderer hat John Cage Einfluss auf die Kunstproduktion sowohl im musikalischen, darstellerischen wie auch visuellen Bereich genommen. Seine Theorien, Handlungsanweisungen oder musikalischen Vorgaben verführen und inspirieren noch heute. CAGE UP 2 ist der Versuch, den alten Übervater möglichst konkret wieder zum Leben zu erwecken und seine Arbeitsweise zu revitalisieren. In CAGE UP 2 entwickelten Micro Oper München eine musikalisch-theatrale Performance als Hommage an den großen 'Erfinder' des 20.Jahrhunderts.

John Cage (1912-1992) bricht als Komponist und Denker radikal mit der abendländischen Musiktradition:sein experimentelles Arbeiten geht nicht zielorientiert vor, sein Interesse gilt dem offenen Arbeitsprozess und dem immer wieder unvorhersehbaren Ergebnis. Mit seiner Verweigerung von Vorlieben und Abneigungen bei der Auswahl musikalischer Abläufe, der daraus resultierenden Entsubjektivierung der Musik macht er sich frei vom bis dahin noch geltenden romantischen Kunstbegriff. So führt er Bewertungskriterien ad absurdum, jedes Stück existiert nur aus der ihm eigenen Logik.
Diese extreme Kompositionshaltung Cages resultiert auch aus seinem Austausch mit Bildenden Künstlern. Cage versuchte als erster Komponist, eine Idee aus dem bildenden Kunstbereich konsequent auf seine Kompositionsweise zu übertragen: die Kunstidee Marcel Duchamps, alltägliche Dinge in Kunstobjekte zu verwandeln und sie so neu wahrzunehmen, die Idee der „White Paintings“ von Robert Rauschenberg. Daneben erstellte Cage selbst Bildobjekte durch den Abrieb von Steinen, das Nachzeichnen von Unregelmäßigkeiten der Papierstruktur, von Sternenkarten, musikalische Graphiken als Aktionsanweisung. Damit löst er endgültig die nachvollziehbare, hörbare Verbindung zwischen Komposition und Ausführung. Der Interpret erhält neue Freiheit und Verantwortung.

Songbooks
Die Partitur besteht aus 89 solistischen Einzelnummern, die von beliebig vielen Interpreten aufgeführt werden. Man kann von zwei Interpretationsarten sprechen. Da sind einmal ganz konventionell notierte Gesangsnummern, die den Interpreten in seiner Virtuosität fordern. Die Freiheit in der Gestaltung entwickelt sich an einem festen Notentext. Anders die zweite Art der Solis: es sind hauptsächlich Theaternummern mit vollkommen offener Struktur. Cage hat hier nur das Notwendigste notiert, meist ein Gerüst aus Zahlen, Worten, graphischen Linien oder auch Handlungsanweisunge, so zum Beispiel in Songbook Nr.8 „ Perform a disciplined action...“, Songbook Nr. 46 „prepare something to eat........“

PROGRAMM

Sonnekus • voice • 1985
TV Koeln • piano • 1958
The Perilous Night 1,2 • prepared piano • 1944
Song Book Nr.8 • theatre • 1970
Nowth Upon Nacht • voice/piano • 1985
John Cage spricht aus Empty Words1973-1974
Song Book Nr.23/ Nr.6/ Nr.19 • chessboard/voice • 1970
Branches • cacti instruments • 1976
Song Book Nr.64 • voice • 1970
Song Book Nr.78 • voice • 1970
Song Book Nr.52 (Aria Nr.2) • voice/vegetables • 1970
The Perilous Night 3-6 • prepared piano • 1944
Song Book Nr.54 • theatre • 1970
Song Book Nr.76, Song Book Nr.8 • theatre • 1970
Dream • piano • 1944
Suite for Toy Piano 1,2,5 • toy piano • 1948
Song Book Nr.49 • voice • 1970

> nach oben

 

 

> Programm

> Presse

> Video


> Bild 300 dpi / 13 x 18 cm

Foto © Ursula Rogg